Schambeinentzündung » Entstehung
Eine Schambeinentzündung trifft Sportler wie z.B. Fußballer oder Marathonläufer
Das Auftreten der Schambeinentzündung (Ostitis pubis) findet sich überwiegend bei Patienten, die Kontaktsportarten wie Fußball, Eishockey, Handball und Basketball betreiben und immer wieder auch bei Patienten, die ein intensives Lauftraining in Vorbereitung eines Marathon absolvieren.
Die Schambeinentzündung bei sportlich nicht aktiven Patienten stellt eine Rarität dar und ist häufig ein zufälliger Befund ohne therapeutische Konsequenz. Bei diesen Patienten müssen andere Ursachen der Beschwerden in die differentialdiagnostischen Erwägungen einbezogen werden.
Klinisch findet sich bei der Schambeinentzündung ein anhaltender Schmerz in der Leiste des Patienten, der bei sportlicher Belastung zunimmt und sich mit herkömmlichen therapeutischen Verfahren (Physiotherapie, Analgetika und lokale Infiltrationsbehandlung) kurzfristig nicht zufriedenstellend beeinflussen lässt.
Regelhaft geben die Patienten einen schleichenden Beginn der Beschwerden an. Ein akutes Ereignis kann nur in den seltensten Fällen angegeben werden. Die körperliche Untersuchung des Patienten ergibt immer wieder typische Symptome einer Entzündung der am Os pubis ansetzenden Muskulatur. Im Vordergrund steht hier vor allem die Adduktorenmuskulatur mit einem Druckschmerz am Ansatz des M. adduktor longus und M. gracilis.
Regelhaft tritt bei der Schambeinentzündung ein Adduktionsschmerz gegen Widerstand auf. Immer wieder finden sich auch Schmerzen bei Sit ups, Schmerzen bei der max. Drehung des Oberschenkels nach innen (passiv), bei der Beugung im Hüftgelenk sowie ein Schmerz im Schambein bei der Abspreizbewegung des Beins in Seitenlage.
In einem frühen akuten Stadium klagen die Patienten mit einer Schambeinentzündung häufig über einen nächtlichen Ruheschmerz, der als dumpf angegeben wird und den wir auf ein ausgedehntes Knochenödem zurückführen. In diesem Punkt unterscheidet sich die Schambeinentzündung ganz klar von anderen Sportverletzungen, die einen Leistenschmerz auslösen.
Auf grund dieses sich schleichend entwickelnden Schmerzes ohne bekanntes auslösendes Ereignis erfolgt oft die Behandlung der Patienten unter dem Verdacht einer „Leistenzerrung“ oder einer „Adduktorenzerrung“ ohne das zunächst eine weitere Diagnostik stattfindet.
Oftmals wird eine analgetische Therapie durchgeführt bzw. eine physiotherapeutische Behandlung verordnet. Immer wieder erfolgt auch eine Selbstmedikation durch den Patienten, unter der er häufig noch mehrere Wochen weiter Sport treibt. Erst die über Wochen anhaltenden Beschwerden führen zur Initiierung einer weiterführenden Diagnostik. Unbehandelt heilt die Schambeinentzündung nach ca. 12 Monaten spontan aus.
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