Sportlerleiste (weiche Leiste)

Ein unklarer Schmerz in der Leistenregion

Der Begriff der Sportlerleiste (sogenannte „weiche Leiste“) wird häufig umgangssprachlich benutzt um einen unklaren Schmerz in der Leistenregion zu beschreiben. Korrekterweise handelt es sich bei der „weichen Leiste“ nicht um ein Symptom, sondern dieser Begriff beschreibt eine beginnende Störung der anatomischen Strukturen der Bauchdecke.

Unklarer Leistenschmerz durch Instabilität der Bauchdecke

Spricht man in sportchirugischem Sinn von einer weichen Leiste, so ist hiermit eine beginnende Instabilität der hinteren Bauchdecke gemeint. Diese lässt sich nahezu ausschließlich während der sonographischen Untersuchung nachweisen.

Hierbei findet sich am liegenden Patienten unter einem Pressversuch eine deutliche Vorwölbung der Faszia transversalis nach ventral. Diese Vorwölbung ist messbar und damit objektivierbar. Diese Bauchdeckenschicht (Faszia transversalis) begrenzt die hintere Leistenregion. Ihre Stabilität ist von entscheidender Bedeutung, um die durch die Leistenregion ziehenden Nervenstrukturen vor einer Druckbelastung zu schützen. Ist die Faszia transversalis nicht stabil, sondern instabil (Vorwölbung von mehr als 3 mm), so spricht man von einer „weichen Leiste“.

Anzeichen einer „weichen Leiste“

Unter alltäglicher Belastung ist eine weiche Leiste nur selten schmerzhaft. Unter sportlicher Belastung kommt es zur Vorwölbung dieser Faszia transversalis und damit zur Druckbelastung der Nerven (N.ilioinguinalis, iliohypogastricus und N. genitofemoralis) die ihrerseits Schmerzen in dem Gebiet verursachen, dass von ihnen versorgt wird.

Typischerweise klagen Patienten mit einer „weichen Leiste“ über gelegentliche Hodenschmerzen, Schmerzen in der Leistenregion, dem Unterbauch über dem Schambein bzw. im oberen mittleren Drittel des Oberschenkels.

Operation der Sportlerleiste (weiche Leiste)

Eine „weiche Leiste“ kann, insofern andere Ursachen der Schmerzen ausgeschlossen worden sind, operativ behoben werden. Operativ stehen hierzu sowohl laparoskopische (sog. minimal invasive chirurgische Techniken), wie auch offene Operationstechniken zur Verfügung.

Wir bevorzugen die offene netzfreie Stabilisierung der Bauchdecke, da es sich bei den Patienten überwiegend um jüngere Sportler handelt, die unserer Ansicht nach fremdkörperfrei versorgt werden sollten. Die offene Operationstechnik gewährleistet neben einer Stabilisierung der Leistenregion eine sichere Exploration der Bauchdecke hinsichtlich zusätzlicher, beim Sportler häufig auftretender Verletzungen (Muskelverletzungen, Faszienverletzungen, Neurinome der Nerven etc.)

Minimal invasive Operation bei Sportlerleiste nicht geeignet

Unserer Ansicht nach sind die minimal invasiven Operationstechniken zur Therapie der Sportlerleiste/weichen Leiste beim Sportler nicht geeignet, da während der Operation keine Begleitveränderungen/Begleitverletzungen der Leistenregion festgestellt und behoben werden können.